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Schläge im Namen des Herrn
Das verdrängte Schicksal der Heimkinder
in der Bundesrepublik

Buchcover

ISBN 342105892X
ca.240 Seiten mit Abbildungen

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Erste Reaktionen auf das Buch:
- katholische Trägerverbände
- evangelische Trägerverbände
- ev.Akademie Bad Boll
- Diakonie
- Bischof Huber
- Huber an Heimkinderverein
- Diakonie Bayern
- Dierk Schäfer, ev. Akademie Bad Boll
- offener Brief an Gohde
- Wittekindshof
- Bethanien-Schwestern
- Deutschlandradio Kultur
- Sendung vom 15.2.2006

 

Kontakt zu
Peter Wensierski hier...

Aktuelles:
Zur Ansicht älterer Zeitungs-, Radio- und TV- Beiträge über das Buch geht es jetzt hier....

Kennen Sie schon die neue Rubrik “Briefe ehemaliger Heimkinder”? Mehr hier...

Neues zu Glückstadt: 15.November 2008 - Erfolgreicher 2. “Runder Tisch” in Kiel
Kieler Nachrichten: Unwürdige Umerziehung

Die Vorgänge im Landesfürsorgeheim Glückstadt sollen jetzt anhand von über 8000 Akten im Landesarchiv systematisch aufgearbeitet und die Ergebnisse in einer Ausstellung im Landeshaus Ende 2009 präsentiert werden.” Mehr hier....

Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Top-Thema: Ein dunkles Kapitel kommt ans Licht
“Die Geschichte des Landesfürsorgeheimes, das 1974 auf politischen Druck geschlossen wurde, soll jetzt wissenschaftlich aufgearbeitet werden. "Dazu sind wir fest entschlossen", sagt Prof. Dr. Christian Schrapper jetzt auf einem Treffen in Kiel mit ehemaligen Heimzöglingen und Familienministerin Gitta Trauernicht. Der Erziehungswissenschaftler aus Koblenz übernimmt die Auswertung der 3100 Akten des Heimes aus dem Landesarchiv Schleswig. Zudem stellt er Material für eine Ausstellung über das Landesfürsorgeheim zusammen. Sie soll im Dezember kommenden Jahres zuerst im Kieler Landeshaus gezeigt werden. “ Mehr hier....

Deutsche Welle, 26.Oktober 2008
Warten auf Hilfe - ehemalige Heimkinder fordern Wiedergutmachung

Die evangelische Kirche von Hannover hat nun ihre Schuld eingestanden. Aber die katholische Kirche und auch die Politik tun sich immer noch schwer. Zwei Jahre lang hat sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit der Frage der ehemaligen Heimkinder befasst. Mehr hier und im Forum mit Meinungsbeiträgen hier

Gewalt in Heimen immer noch Thema
Pädagogen und Erzieher oftmals überfordert
Peter Wensierski auf der Veranstaltung der Fachhochschule Dortmund am 22.Oktober 2008

Pressetext Deutschland: Dortmund, “Auch wenn die Prügelstrafe in Erziehungsanstalten nur mehr Stoff für Drehbücher ist, existiert auch heute noch körperliche Gewalt durch Pädagogen. Sozialwissenschaftler der Dortmunder Fachhochschule http://www.fh-dortmund.de befragten 1.280 Angestellte von Jugendheimen und betreuten Wohngruppen, wie es um Ursachen, Formen und Folgen der Bestrafung stehe....Überraschend war die Meinung vieler Pädagogen, dass auch heute noch körperliche Strafen angewandt werden. Zwei Prozent bezeichneten ein solches Vorkommen als "häufig", jeder zweite immerhin für "selten", "nie" sagten hingegen auch nur 45 Prozent.” Mehr hier.....

Etwa zwei Drittel der im Rahmen der Studie Befragten waren der Auffassung, dass die pädagogischen Fachkräfte oftmals überfodert seien. Zwar meint die übergroße Mehrheit (92 %), dass sie persönlich mit der Strafpraxis gut zurechtkomme. Jedoch fühlen sich 78 % der pädagogischen Kräfte im Zusammenhang mit Strafen gelegentlich alleingelassen, ohnmächtig und hilflos.Fast die Hälfte der Kinder und Jugendlichen reagiert auf Sanktionen entweder gar nicht oder wiederum mit negativem Verhalten

Pressetext der Fachhochschule Dortmund dazu hier...

Jonathan Overfeld - Der Mann ohne Gedächtnis
In “welt der wunder” Spezial - Sonntag, 12.Oktober 2008, 18-20 Uhr RTLII

Bis zu seinem 16. Lebensjahr wuchs er bei verschiedenen Pflegefamilien und im katholischen Kinderheim auf, dem Salvatorkolleg Klausheide bei Paderborn. Nicht nur ein Mal, viele Male ist er dort von den Erziehern missbraucht worden, erinnert sich Overfeld. Andere ehemalige Heimkinder bestätigen seine Schilderungen der dortigen Zustände. Mehr hier...

ZDF-Fernsehen, 5. Oktober 2008, in der Sendung “Mona Lisa”
Gequält - im Namen des Herrn
Ehemalige Heimkinder warten auf Entschädigung
Erste Ergebnisse einer Studie, die im Auftrag der evangelischen hannoverschen Landeskirche erstellt wurde, bestätigen die Aussagen der Heimkinder: Prügel, Missbrauch, Sklavenarbeit gehörte bis in die 70er Jahre zum Heimalltag. Andere langjährige angelegte Studien zur Aufarbeitung der so genannten "Schwarzen Pädagogik" laufen. Mitte Oktober 2008 wird der Petitionsausschuss des Bundestages seinen Bericht zur Situation ehemaliger Heimkinder veröffentlichen. Das Ziel: Einen runden Tisch einzurichten. Die ehemaligen Fürsorgezöglinge hegen große Hoffnung, dass ihr Leid nun endlich anerkannt wird und sie für ihre Arbeit entschädigt werden. Aber es wird noch lange dauern, bis es zu konkreten Ergebnissen kommt. Die Opfer werden immer älter. Mehr hier...

Schwetje und Rosenkötter für Aufarbeitung von Unrecht in Heimen
Pressemeldung des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
25.9.2008 Diakonie-Direktor Manfred Schwetje hat sich heute mit dem Vorsitzenden des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. getroffen. Im Gespräch machte Wolfgang Rosenkötter deutlich, wie wichtig die Aufarbeitung der dunklen Geschichte der ehemaligen Heimkinder ist. Er begrüßt ausdrücklich, dass die Diakonie die Initiative ergriffen hat. Rosenkötter war selber als Jugendlicher von 1961-1963 in der diakonischen Einrichtung Freistatt.
Er betonte gegenüber Schwetje, dass es im Sinne der Betroffenen sei, Verfehlungen und Unrecht klar zu benennen. Ein weiterer Punkt des Gesprächs war die Frage nach Entschädigung für das damals erlittene Unrecht. Rosenkötter hofft, dass der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages Betroffene und Verantwortliche zu einem Runden Tisch einlädt, damit es zu einer schnellen Wiedergutmachung kommt.
Schwetje äußerte seine Erschütterung darüber, dass Menschen, die sich in der Obhut von Kirche und Diakonie befanden, Schlimmes erleiden mussten, das der christlichen Botschaft widersprach: "Viele solcher Taten sind durch den damaligen Zeitgeist oder Erziehungsmethoden nicht zu rechtfertigen. Es ist wichtig, dass Opfer von Gewalt in Heimen Gehör finden und sich die Einrichtungen für Gespräche öffnen."
Schwetje setzt sich dafür ein, dass dieses dunkle Kapitel in kirchlich-diakonischen Einrichtungen weiter aufgearbeitet und Schuld ausdrücklich benannt wird. Auch müsse die richtige Form und der richtige Ort hinsichtlich der Frage nach Entschuldigung und Vergebung gefunden werden.
Kontakt: Wolfgang Rosenkötter, Telefon 040/53022034, E-Mail: info@veh-ev.org        www.veh-ev.org

CDU-Sozialministerin will Aufklärung von Misshandlungsfällen in Heimen
Wegen der Misshandlung von Heimkindern in den 50er und 60er Jahren hat Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) damals Betroffene zur Mithilfe bei der Aufklärung aufgefordert. Diese könnten sich mit detaillierten Informationen über erlittene Misshandlungen an das Sozialministerium wenden, sagte die Ministerin am 23.9.2008 in Hannover. Mehr...

SPIEGEL-Meldung: Wiedergutmachung für schwarze Pädagogik
Mehr hier....

Diakonie-Präsident Kottnick :„Es tut mir unendlich leid“
“...wir wollen, dass der Runde Tisch mit ehemaligen Heimkindern, Vertretern der Heimträger und Kostenträgern und Politikern rasch seine Arbeit aufnimmt, damit sich dorthin jeder Betroffene wenden kann, um Hilfe zu bekommen. Verehrte Frau Ministerin (von der Leyen) ich bitte Sie dringend, den Antrag der Geschäftsstelle des Runden Tisches zur Finanzierung positiv zu bescheiden, damit die Arbeit umgehend aufgenommen werden kann. Ich finde, wir sollten jetzt Zeichen der Hoffnung setzen. Wir wollen, dass der Runde Tisch noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnimmt und zu einem Ergebnis im Sinne der Heimkinder kommt.“ Mehr hier...

ARD-Tagesthemen, 17.September 2008
Schläge im Namen des Herrn

Sie waren der Kirche zur Erziehung anvertraut - und mussten Stockhiebe, harte Arbeit und drakonische Strafen erdulden. Rund 500.000 Kinder wurden in den 50er und 60er Jahren in evangelischen Heimen misshandelt. Beitrag ansehen hier....

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. September 2008
Schläge und Schikane in Kinderheimen - Diakonie bestätigt Misshandlung in den Fünfzigern

16. September 2008 Die niedersächsische Diakonie hat bestätigt, dass es in evangelischen Jugendheimen in den fünfziger und sechziger Jahren Misshandlungen und wirtschaftliche Ausbeutung gegeben hat. Übergriffe seien, sagte der Direktor des Diakonischen Werkes der hannoverschen Landeskirche, Manfred Schwetje, „keine seltenen Ausnahmen“ gewesen. Schlussfolgerungen über systematischen Missbrauch seien aber verfrüht. Klarheit werde es zur Mitte des kommenden Jahres geben, wenn der langjährige Geschäftsführer im Bundesverband evangelischer Erziehungseinrichtungen, Hans Bauer, einen von der Diakonie erbetenen Bericht vorlegt......mehr hier.....

ZDF-Fernsehen, 4. Juni 2008, "In den Fängen der Fürsorge"
Das Schicksal von Heimkindern der 60er Jahre - Eine Dokumentation von Sibylle Bassler und Angelica Fell (45 Minuten)
Erstmals berichteten wir im Oktober 2007 in "Mona Lisa" über Otto Behnck und das Landesfürsorgeheim Glückstadt. Anschließend erreichte uns eine wahre Flut von Briefen und Emails. Die meisten kamen von ehemaligen Heimkindern, die von traumatischen Erfahrungen in staatlichen oder kirchlichen Heimen in den 60er Jahren erzählten. Und auch davon, wie wichtig es heute für sie sei, darüber reden zu können.” Über den Kalmenhof berichten Günter Klefenz und Heinz Schreyer. Mit Carola Koszinowski. Mehr hier...
Auch anzuschauen in der ZDF-Mediathek.

ZDF, “Mona Lisa” Sonntag, 1. Juni, 18 Uhr
Von Nonnen gequält Mehr hier...

WDR-Fernsehen “Westpol”, 4. Mai 2008
Sie mussten 10 Stunden lang täglich bügeln oder Torf stechen. Sie wurden geschlagen und misshandelt. Und: Sie konnten nicht fliehen, denn sie waren eingeschlossen: ehemalige Bewohner von Kinderheimen in den 50er und 60er Jahren. Bis heute haben sich die Kirchen, in deren Trägerschaft viele Heime waren, nicht bei ihnen entschuldigt. Auf eine Entschädigung warten die ehemaligen Heimkinder bislang vergeblich. Westpol ist mit einer Betroffenen an den Ort ihrer traurigen Kindheit zurückgekehrt....mehr hier.       Sendung ansehen hier...

Rheinische Post, 24. April 2008  “Tore, die geschlossen bleiben”
“Heute haben Einrichtungen wie der Halfeshof moderne Konzepte. Das war früher anders. Der Landschaftsverband lässt über die Geschichte seiner Heime forschen, die auch die Geschichte von Paul Budau und seines Vaters ist. Das stählerne Tor zum Solinger Halfeshof fiel scheppernd hinter dem kleinen Jungen ins Schloss – und in diesem Moment, der so schrecklich lange zu dauern schien, kam es Paul Bludau fast so vor, als würde er noch einmal die Stimme des Vaters hören. Der hatte 20 Jahre zuvor selbst in einem Kinderheim gesessen, und immer dann, wenn Sohn Paul, eines von zwölf Kindern, ihn mal wieder nervte, waren dem Vater die Geschichten von den „großen, kräftigen Männern“ eingefallen, vor denen es angeblich kein Entkommen gab, wenn man ihnen erst mal in die Hände gefallen war. 
 Weiter lesen hier....

Runder Tisch im Dortmunder Vincenzheim, 24. April 2008
Im Dortmunder Vincenzheim trafen sich auf Einladung der heutigen Heimleitung zahlreiche ehemalige Heimkinder nach vielen Jahren an dem Ort wieder, wo sie in den 60er Jahren bei den “Barmherzigen Schwestern” im geschlossenen Mädchenheim nahe dem Dortmunder Borsigplatz eingewiesen worden waren. Bei der fünfstündigen Gesprächsrunde schilderten viele Teilnehmer ihre bis heute anhaltenden Traumatisierungen jener “Erziehung”, die übereinstimmend als Unrecht bezeichnet wurde. Zwei Schwestern des Ordens waren auch gekommen. Mehr zum Vincenzheim Dortmund jetzt hier...

ZDF Frontal 21, Sendung am 22. April 2008
Zwangsarbeit für die Kirche? Heimkinder fordern Entschädigung

Mehr hier....
Der Beitrag kann hier angesehen werden...

Interview mit Prof. Manfred Kappeler
"Gehorsam, Diziplin, Unterordnung"
Erziehungswissenschaftler zur Heimerziehung in der Nachkriegszeit
Hier nachzulesen und anzuschauen...

LVR stellt sich seiner Verantwortung
Studie zur Aufarbeitung der Geschichte - Einrichtung einer Hotline für Betroffene

Köln. 21. April 2008. In den letzten Jahren begannen ehemalige „Heimkinder" der 1950er bis 70er Jahre, ihr jahrzehntelanges Schweigen zu brechen und die traumatisierenden Erlebnisse in den damaligen Einrichtungen der Jugendhilfe öffentlich aufzuarbeiten. Sie organisieren sich zunehmend in Vereinen und wünschen sich finanzielle Entschädigungen, die Anerkennung ihrer Arbeitszeiten im Heim für die Rente und eine öffentliche Entschuldigung der Einrichtungsträger.
Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Träger von sechs Einrichtungen der Jugendhilfe der damaligen Zeit stellt sich seiner Verantwortung. Die Geschehnisse werden zur Zeit durch Historiker aufgearbeitet, die im Rheinischen Landesjugendheim Erlenhof (Euskirchen), im Rheinischen Landesjugendheim Fichtenhain (Krefeld), im Rheinischen Landesjugend-heim Halfeshof (Solingen), im Dansweiler Hof (Freimersdorf, später Abtshof Hennef), in Haus Hall (Ratheim) sowie im Heilpädagogischen Landesjugendheim Viersen recherchieren. Mehr hier...
 

WAZ-Gruppe über Heimkinder
Geschundene Seelen wagen den Blick zurück
Wetter. Berichte vom Leid der Kinder im Johanna-Helenen-Heim der Nachkriegszeit lassen sich jetzt auch im Internet nachlesen. Zusammengestellt hat sie die Freie-Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim 2006. ... mehr hier...

 

“Endstation Freistatt” - Osterempfang der Diakonie Freistatt
Freistatt. 1. April 2008. In der Moorkirche auf dem Gelände der Diakonie Freistatt stand beim traditionellen jährlichen Osterempfang das Thema Heimkinder im Mittelpunkt. “Verurteilen und Wegsperren” dürfe nie wieder stattfinden, sagte zur Begrüßung der langjährige Freistatt-Leiter, Wolfgang Tereick. Im Herbst wird eine wissenschaftliche Untersuchung über Freistatt fertig sein.
Den Vortrag von Prof. Benard zum Stand der Aufarbeitung in den Archiven von Freistatt kann als Video (für Windows) hier angesehen werden.... weitere Vorträge von dieser Veranstaltung folgen

Schlafsaal Torf im Winter
Torfstechen

Fotos aus den 60er Jahren: Heimkinder im Alter von 14 bis 21 mussten in Niedersachsen, in der “Diakonie Freistatt” im Moor den ganzen Tag Torf stechen - egal ob Sommer oder Winter. Der Torf wurde in der Region Diepholz als Brennmaterial verkauft.
Die “Diakonie Freistatt” war eine evangelische Einrichtung von Bethel. Dorthin kamen Kinder aus anderen Heimen, etwa nach sogenannten “Entweichungen”.
Inzwischen spricht man heute auch in der Diakonie von einem Unrecht, das hier an Kindern und Jugendlichen begangen wurde.

Münchener Abendzeitung, 23.März 2008
“Die Erzieher damals - das waren Tiere”

Drei Männer erinnern sich an ihre Leidens-Zeit in christlichen Heimen
“Derzeit reden alle über dieses Waisenhaus in England.Missbrauch, Zwangsarbeit - das gab’s auch bei uns...” Hier nachzulesen....

Grünen-Politikerin Renate Künast fordert Entschädigung für ehemalige Heimkinder

Die Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Renate Künast, plädiert für eine Anerkennung geschehenen Unrechts und geht der Frage nach, wie die rechtlichen Möglichkeiten für eine Entschädigung ehemaliger Heimkinder aussehen. Sie schlägt vor, eine Stiftung zu gründen, in die von Seiten der ehemaligen Träger, des Bundes und der Länder eingezahlt wird. Eine solche Stiftung könnte neben der Entschädigung auch die historische Aufarbeitung und die Betreuung von Betroffenen koordinieren.

Zeitschrift für Rechtspolitik (Ausgabe 2/2008) - Der Text ist auch hier nachzulesen...

Zur Webseite von Renate Künast hier...

Erfolgreiche Experten-Anhörung über Heimerziehung im Petitionsausschuss des Bundestages
Am Montag, den 21. Januar 2008 in Berlin

u.a. mit Prof. Dr. Christian Schrapper (Leiter des Instituts für Pädagogik, Universität Koblenz), Prof. Dr. Johannes Münder ( Institut für Sozialpädagogik, Technische Universität Berlin), Prof. Manfred Kappeler (Erziehungswissenschaftler, Berlin), Dr. Thomas Meysen (Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht, Heidelberg) und Gerrit Wilmans (Rechtsanwalt und Rechtsvertreter des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.)   Kontakt und mehr Info hier....
Ausführliche Informationen jetzt hier....

Network of Human Rights  - Schläge im Namen des Herrn
mehr lesen...
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Erster “Runder Tisch” mit Ministerin
Heimkinder und Wissenschaftler im Landeshaus Kiel - Grosser Erfolg für ehemalige Heimkinder aus Glückstadt in Schleswig-Holstein

Am 19. Januar 2008 fand der „Runde Tisch Landesfürsorgeheim Glückstadt“ erfolgreich in Kiel statt.

Begrüßung und Einführung: Ministerin Dr. Gitta Trauernicht
Einführung ins Thema: Prof. Dr. Christian Schrapper
Erste Gesprächsrunde: “Der Weg in das Landesfürsorgeheim Glückstadt an der Unterelbe”
Zweite Gesprächsrunde: “Die Zeit im Landesfürsorgeheim Glückstadt”
Dritte Gesprächsrunde: “Das Leben nach Glückstadt und der Blick zurück”
Schlussrunde: “Was geht uns heute noch die Fürsorgeerziehung der 50er und 60er Jahre an?”
Fazit und Ausblick auf die weitere Forschungsarbeit    Kontakt hier....

ZDF “Heute Journal” berichtet über Glückstadt und Heimerziehung der 60er Jahre
Hier den heute-journal Beitrag direkt ansehen...

tageszeitung taz - 18.Januar 2008:
Das Leiden von Glückstadt

Schläge, Demütigungen, Zwangsarbeit: 35 Jahre haben sie darüber geschwiegen was sie in Glückstadt erlitten. Nun brechen ehemalige Insassen ihr Schweigen. Von Heike Haarhoff
mehr hier....

DIE ZEIT vom 1. November 2007
Brutale Fürsorge

Ein Justizskandal der siebziger Jahre: Wie in Schleswig-Holstein Jugendliche in staatlichen Heimen zur Zwangsarbeit herangezogen wurden
Das Landesfürsorgeheim in Glückstadt wurde am 31. Dezember 1974 geschlossen, als letzte Einrichtung dieser Art in der Bundesrepublik. Was sich hinter den Mauern abspielte, davon berichten nun ehemalige Insassen. Der Markthändler Otto Behnck und der Drehorgelverleiher Frank Leesemann haben sich ans Sozialministerium in Kiel gewandt. Ihren Schilderungen zufolge schloss die staatliche »Fürsorge« in Glückstadt in vielerlei Hinsicht bruchlos an die Praktiken in Nazideutschland an: Zwangsarbeit, regellose Gewalt, sogar die Anstaltskleidung der dreißiger Jahre soll weiter verwendet worden sein.”
Den ganzen Artikel hier lesen....

Ehemaliges Erziehungsheim Glückstadt:
weitere Heimkinder gesucht!

Ehemalige Heiminsassen des Landesfürsorgeheim Glückstadt/Elbe sind auf der “Suche nach Leidensgenossen“. Auf ihrer Homepage findet sich ein einzigartiges Dokument aus dem Jahre 1969 (!): “Der Lagerkommandant”....(durchgestrichen, ersetzt durch)....”Heimleiter”.

Ansehen hier....   
NEU: Brief von Otto Behnck

Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 30.Mai 2007
"Wenn du nicht brav bist, kommst du ins Heim"

“Glückstadt / sh:z - Einweisungsgrund: Sittliche Verwahrlosung. So muss es in den Papieren der Behörden gestanden haben. "Ich hatte keine Straftat begangen", sagt Otto Behnck (55) mit Nachdruck. Eigentlich hatte er nur ein anderes Leben führen wollen als seine Eltern. Eingesperrt wurde er als 18-Jähriger trotzdem. Von Oktober 1970 bis Januar 1971 war Behnck im Landesfürsorgeheim in Glückstadt.” Den ganzen Artikel lesen hier....
“Spiegel-Reporter Peter Wensierski hat in seinem Buch "Schläge im Namen des Herrn" die "verdrängte Geschichte" der Heimkinder ans Licht der Öffentlichkeit gebracht. Inzwischen hat sich auch der Bundestag damit beschäftigt. Die Grünen-Fraktion im Bundestag fordert die Errichtung einer Bundesstiftung, die Entschädigungen an ehemalige Heimkinder zahlen soll.” Dazu mehr hier...

Süddeutsche Zeitung (online), 14. November 2007
“Da ist mächtig was schiefgelaufen...”

”Die schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) ist mittlerweile unter Druck geraten, das Thema aufarbeiten zu lassen. Medienberichte, Entschädigungsforderungen und 7000 im Staatsarchiv in Schleswig aufgetauchte Akten verleihen diesem bisher tabuisierten Justizskandal neue Brisanz. “

 


NDR-Fernsehen am Mittwoch, den 21.November
2007
wurde in der Sendung "Menschen und Schlagzeilen" über ehemalige Heimkinder berichtet.

Im Studio: Prof. Manfred Kappeler, Berlin und Wolfgang Rosenkötter, Hamburg (ehem. “Diakonie Freistatt”)

WAZ, 20.November 2007
Die weggesperrten Kinder der Nachkriegszeit
Heimzöglinge der 50er und 60er Jahre haben ihr Schweigen gebrochen - Jetzt fordern sie eine Entschädigung
Mehr hier lesen....

ARD-Sendereihe “Unsere 60er Jahre”

In dieser Sendereihe, am Ende der Folge 4 und in den Folgen 5 und 6 erzählt Rena Sander-Lahr, ein ehemaliges Heimkind, über ihre Heimzeit im West-Berliner Heim “Zum Guten Hirten”.
Mehr darüber erfahren Sie hier..

Auch in Spiegel-Online mehr dazu lesen....

Frankenpost, 26. Oktober 2007
Schläge und Schikane im Heim - Erinnerungen
Wolfgang Rosenkötter berichtet in einer Lesung von seiner schlimmen Kindheit

mehr nachlesen hier.....

Die ZDF-Sendung Mona Lisa zeigte am 7. Oktober 2007

SCHWARZE PÄDAGOGIK
"Landesfürsorgeheim Glückstadt", das hört sich gut an. In den 30er und 40er Jahren war es ein nationalsozialistisches Arbeitslager. Noch bis Anfang der 70er Jahre wurden hier die Zöglinge geschlagen, gedemütigt und gezwungen, Sträflingskleidung zu tragen. Die Jugendlichen mussten in Steinbrüchen bis zur Erschöpfung arbeiten, sollten zu "wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft" geprügelt werden. Erst jetzt brechen die Opfer ihr Schweigen, fordern Rehabilitation. ML über ein
kaum bekanntes und düsteres Kapitel deutscher Zeitgeschichte.
Jetzt, fast 40 Jahre später, soll diese dunkle Seite deutscher Heimerziehung endlich aufgearbeitet werden. Gitta Trauernicht, Sozial- und Jugendministerin in Schleswig-Holstein, macht Hoffnung: "Wie ist es mit der psychischen Verfassung, wie ist es mit der Möglichkeit aufarbeiten zu können, wie ist es mit dem berechtigten Interesse nach Entschuldigung und nach Transparenz dessen, was da damals geschehen ist? Da kann auch ich, als Landesministerin, einiges machen."

Mehr über diese TV-Sendung hier nachlesen.....

Mehr zum Thema Heimkinder bei Mona Lisa hier....

Eine NDR-Radiosendung ....mehr darüber hier....auch zum Anhören!

Am 23. September 2007 lief in der ZDF-Sendung Mona Lisa der TV-Beitrag
Entschädigung für eine gestohlene Kindheit

Mehr dazu hier.....     Den Beitrag kann man jetzt auch hier ansehen....
Am Montag, 17. September 2007 lief in der ARD-Sendung Report:
Drangsaliert und ausgebeutet - Heimkinder klagen an 
Thema: Die Arbeit in den Heimen     Den Report-Beitrag kann man jetzt hier ansehen...

 

Kiel: Runder Tisch mit Sozialministerin

Neues zum Erziehungsheim Glückstadt hier....
Am 3. Juli 2007 and ein mehrstündiges Treffen im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren von Schleswig-Holstein statt zwischen der Ministerin und einer Gruppe Heimkinder, die meisten aus Glückstadt. Das Treffen verlief sehr erfreulich für die ehemaligen Heimkinder. Die Geschichte von Glückstadt soll nun aufgearbeitet werden, die bisher als nicht vorhanden geltenden Akten sollen im Landesarchiv zugänglich gemacht werden.
Nachzulesen auch auf den Seiten des Vereins ehemaliger Heimkinder... und bei Otto Behnck

“Das mehrstündige Treffen zwischen der Ministerin Dr. Gitta Trauernicht und einer Gruppe ehemaliger Heimkinder, aus Glückstadt, Paulihof und dem Landeskrankenhaus Hesterberg verlief in sehr angenehmer Athmosphäre. Für die Betroffennen war es vor Allem bedeutsam, festzustellen, dass die Ministerin sehr gut vorbereitet und bestens über die Problematik informiert war. Sie gab den Anwesenden deutlich zu verstehen, dass Sie die damlaligen Zustände in Heimen in Schleswig-Holstein, wie sie von den ehemaligen Zöglingen beschrieben wurden, verurteilt und dass sie persönlich es zutiefst bedauert, dass jungen Menschen solches Leid zugefügt wurde. Sie gab zu verstehen, dass es ihr ein wichtiges Anliegen ist, Sorge dafür zu tragen, dass das Land Schleswig-Holstein sich um eine intensive Aufarbeitung der Zustände in den damaligen Heimen in Schleswig- Holstein bemühen wird. Für die wissenschaftliche Aufarbeitung soll Herr Prof. Schrapper, mit dem bereits Vorgespräche stattgefunden haben, gewonnen werden. Dabei soll auch das im Landesarchiv gefundene Aktenmaterial berücksichtigt und für die Zukunft zugänglich gemacht werden. Entsprechend der Forderungen, die in der Petition des VeH an den Deutschen Bundestag gestellt wurden, ist es für die Ministerin auch vorstellbar, eine Ausstellung zum Thema - auf Schlewig-Holstein bezogen - im Landeshaus durchzuführen. Ausserdem will sie sich dafür einsetzen, dass eine Bitte um Entschuldigung seitens des Landes und der zuständigen Behörden ausgesprochen werden wird. Auch der Vortrag von Lebensberichten Betroffener im Landeshaus erscheint der Ministerin möglich. Wir wünschen uns, in naher Zukunft vergleichbare Gespräche mit den zuständigen Ministern der anderen Bundesländer führen zu können und dürfen auch da auf die Unterstützung durch Frau Dr. Trauernicht hoffen.”

Holsteinischer Courier vom 5. Juli 2007
Wie viele Selbstmorde gab es in den Heimen?
Kiel/Glückstadt / tnn - Wurden die Jugendlichen im Landesfürsorgeheim Glückstadt systematisch bewacht, bestraft und isoliert? Wie viele Selbstmorde hat es unter den Heranwachsenden gegeben? Ein Bericht unserer Zeitung über das Schicksal ehemaliger Heimkinder löste zahlreiche Fragen und Reaktionen aus. Viele Betroffene meldeten sich.
Von den 50er bis in die 70er Jahre wurden Tausende Heranwachsende in vielen kirchlichen und staatlichen Heimen in der Bundesrepublik geschlagen, gedemütigt, missbraucht. Aus Scham haben sie all die Jahre geschwiegen. Einige möchten ihre Identität bis heute nicht preisgeben. Aber sie haben den Mut, über ihr Schicksal zu sprechen.
"Wir wollen, dass sich das Land bei uns entschuldigt", sagt Otto Behnck (55), ehemaliges Heimkind aus Schwedeneck. Weitere Forderungen der ehemaligen Heimkinder: Eine wissenschaftliche Aufarbeitung und eine Anhörung im Landtag.
Bei Sozialministerin Dr.Gitta Trauernicht stießen sie mit ihren Forderungen auf Entgegenkommen. Anfang der Woche lud die Ministerin die ehemaligen Heimkinder zu einem persönlichen Gespräch. "Die Heim-Unterbringung von Kindern der 50er und 60er Jahre gehört zu den dunkelsten Kapiteln in der Geschichte der Fürsorgeheime. Gemeinsam mit den Betroffenen werde ich eine umfassende Aufarbeitung dieser Zeit in Schleswig-Holstein einleiten. Dafür konnte ich Professor Schrapper von der Universität Koblenz gewinnen, der auf diesem Gebiet bundesweit einer der qualifiziertesten Forscher ist. Eine solche Schwarze Pädagogik, wie sie damals praktiziert wurde, darf nie wieder eine Chance bekommen", sagte Trauernicht.
"Das Gespräch lief sehr positiv", bestätige Michael-Peter Schiltsky, Geschäftsführer des Vereins ehemaliger Heimkinder. Entgegen bisheriger Äußerungen ist inzwischen auch bekannt, dass im Landesarchiv Akten über das Fürsorgeheim archiviert werden.

Anhörung im Bundestag wurde fortgesetzt
Am 21. Mai 2007 mussten ehemalige Betreiber von Erziehungsheimen im Bundestag vor den Obleuten des Petitionsausschusses mehrere Stunden Rede und Antwort stehen und Auskunft geben über die Erziehungspraxis in kirchlichen und staatlichen Heimen in den 50er und 60er Jahren.
Geladen waren unter anderem Vertreter der Diakonie und der Caritas. Zur Sprache kam auch die Kritik an der Praxis in diesen Heimen, wie sie im Buch “Schläge im Namen des Herrn” beschrieben ist und wie sie auch von ehemaligen Heimkindern in der ersten Anhörung des Petitionsausschusses bereits im Dezember 2006 vorgetragen wurde.
Nach der Sitzung war von Beteiligten zu hören, dass die Vorwürfe keineswegs abgewehrt worden wären, sondern dass “man nun ernsthaft an die Aufarbeitung gemeinsam mit den Heimkindern herangehen will” und weitere praktische Schritte erfolgen sollen.

Ehemalige Psychologin des “Kalmenhofes” richtet Petition an den Hessischen Landtag
Petition für Frau Elfriede Ryback, geb. Schreyer, geb. 28.03.1931

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich stelle diese Petition für Frau Elfriede Ryback, geb. Schreyer, die selbst ihr Anliegen nicht vertreten kann, da sie in einem Altersheim lebt und nicht lesen und schreiben kann. Ich kenne Frau „ Schreyer“ aus meiner Zeit als Mitarbeiterin im Kalmenhof von 1966 bis 1970. Frau Schreyer arbeitete während dieser Zeit als Serviererin im sog. Casino, lebte aber bereits als Kind seit 1943 dort und war der Tötung durch die Nazis in letzter Minute entgangen. Da es trotz etlicher Schreiben an den Landeswohlfahrtsverband sowohl vom Sohn Frau Schreyers, Heinz-Peter Schreyer, als auch von mir, nicht gelungen ist, eine Entschädigung für Frau Schreyer zu erwirken, wende ich mich heute an den Hessischen Landtag mit der Bitte, dieser Frau, der Unrecht geschehen ist, eine Wiedergutmachung zukommen zu lassen, die ihr in den letzten Lebensjahren sehr helfen würde.

Lesen Sie den Wortlaut der Petition hier....

Interview mit Gertrud Zovkic über ihre Petition
Frage: Sie kennen den Fall von Elfriede Schreyer aus der Zeit ihrer Arbeit im Kalmenhof.
Das war Ende der 60er Jahre. Was ist das Besondere an diesem Fall?

Weiter zum gesamten Interview geht es hier....

Mehr über das Schicksal von Elfriede Schreyer hier...

Internetseite des Sohnes, Heinz Schreyer hier...

Grüne fordern Stiftung und Entschädigung für Heimkinder! 
Neu: Wortlaut des Fraktionsbeschlusses hier als pdf ansehen....


Berlin - Die Grünen wollen ehemaligen Heimkindern Gerechtigkeit widerfahren lassen und fordern deshalb eine neue Bundesstiftung, die Entschädigungen zahlt und Hilfe leistet. „Mehr als eine halbe Million Menschen sind im Deutschland der 50er und 60er Jahre in solchen Einrichtungen unter gruseligen Bedingungen eingesperrt worden“, sagte Fraktionschefin Renate Künast dem Tagesspiegel: „Der Bundestag muss das Unrecht, das ihnen angetan wurde, anerkennen, ihre Geschichte muss aufgearbeitet und sie selbst müssen entschädigt werden.“ Ein Antrag der Grünen, den die Fraktion am Dienstag verabschieden will, sieht vor, dass Staat sowie Kirchen und Wohlfahrtverbände als Träger der Heime die Stiftung finanzieren.

Der Bundestag solle ausdrücklich feststellen, „dass Menschen bis in die Mitte der 70er Jahre durch Heimunterbringung systematisch Entwürdigung und Misshandlung unterworfen waren“, forderte die Grünen-Politikerin. „Mit ein paar Anhörungen des Bundestages geben wir uns da nicht zufrieden“, sagte Künast: „Viele der ehemaligen Heimkinder leiden noch heute unter massiven psychischen und körperlichen Misshandlungen und manchmal auch unter sexuellem Missbrauch.“ Zugleich appellierte sie an die Träger der Heime, „sich ihrer Verantwortung zu stellen und sich für das Unrecht zu entschuldigen“.

Nach Ansicht Künasts bildeten körperliche Züchtigung und Gewalt „eine der entscheidenden Grundlagen der Erziehung in den Heimen“. Es sei deshalb richtig, den inzwischen abgeschafften Fürsorgeheimen eine „Anstaltserziehung mit Gefängnischarakter“ zuzuschreiben. Die Erziehungsmethoden seien selbst nach den Maßstäben der 50er Jahre „brutal und menschenrechtswidrig“.

Die Stiftung „Ehemalige Heimkinder“ soll Entschädigungen leisten und finanzielle Ansprüche von traumatisierten Menschen erfüllen sowie Unterstützung wie etwa ärztliche oder therapeutische Hilfe bezahlen. Aus: Der Tagesspiegel, Berlin , hmt

Weitere Info hier.....
 

Der Tagesspiegel, Berlin, 6. Februar 2007:

"Es handelt sich nicht um Einzelfälle"
Petitionsausschuss des Bundestages: Heimkinder der 50er und 60er Jahre leiden noch heute

Interview mit Gabriele Lösekrug-Möller, Bundestagsabgeordnete aus Hameln

Frage:
Der Petitionsausschuss hat im Dezember ehemalige Heimkinder der 50er und 60er Jahre angehört, die Entschädigung für Schläge, Misshandlungen oder Kinderarbeit fordern. Wie sprechen Erwachsene als Opfer über solche Erfahrungen?

Was die Betroffenen dort vorgetragen haben, treibt alle im Ausschuss bis heute um. Ich kann mich nicht erinnern, dass über zwei Stunden so aufmerksam und intensiv zugehört wurde. Menschen, die mittlerweile 50 oder 60 Jahre alt sind, haben beschrieben, wie sie als Kinder in Heimen Traumata erlitten haben, die bis heute ihr Leben bestimmen. Wie schwer viele an diesen Kindheitserlebnissen tragen, zeigt sich an Beziehungsstörungen, an körperlichen Schäden und daran, dass manche bis heute selbst in der eigenen Familie über ihre Kindheit nicht sprechen können.
 
Frage: Handelt es sich nach ihrem Eindruck um Einzelfälle oder um ein allgemeines Unrecht in der Heimerziehung dieser Zeit?

Wir haben Einzelfälle angehört, aber längst nicht alle, die im Verein der Heimkinder sind. Schon diese Zahl lässt den Schluss zu, dass es nicht nur um einige Kinder in wenigen Heimen geht. Damals gab es eine ganz andere Konzeption von pädagogischer Arbeit in Heimen, als wir sie heute zum Glück haben. Aber allein der Einsatz von körperlicher Gewalt ging weit auch über das hinaus, was in den 50er Jahren akzeptiert wurde. Es handelt sich nicht um Einzelfälle.

Frage: Damals war es gängige Auffassung, dass eine Ohrfeige noch keinem Kind geschadet habe. Ist die Situation in den Heimen nicht einfach dem damaligen Zeitgeist zuzuschreiben?

Nein, das sehe ich anders. Wenn Kinder in sogenannten Besinnungszimmern oder Klabausen mehrere Tage streng isoliert werden, dann würden wir das heute als Folter betrachten. Aber selbst unter den damaligen Maßstäben musste es mehr als kritisch bewertet werden. Es hat so etwas ja auch nicht in allen Heimen gegeben. Der Verein der Heimkinder hat nachgewiesen: Großen Gruppen ist Unrecht wiederfahren, in mehreren Bundesländern, in Heimen kirchlicher oder staatlicher Trägerschaft. Es geht nicht um gelegentliche Entgleisungen überforderter Erzieher oder Heimleiter. Und deshalb müssen wir uns den Forderungen der Betroffenen grundsätzlich zuwenden.

Frage: Die Heimkinder verlangen die Anerkennung des erlittenen Unrechts und eine materielle Entschädigung wie z. B. nachträgliche Anerkennung von Rentenansprüchen. Was wird der Petitionsausschuss vorschlagen?

Es sind Schritte auf verschiedenen Eben nötig. Zuallererst muss sichergestellt werden, dass alle Unterlagen und Akten zugänglich gemacht werden. Wir müssen besser wissen, wie viele Menschen welches Unrecht erlitten haben. Neben der Klärung der individuellen materiellen Entschädigungsansprüche brauchen wir ein strukturiertes Gespräch darüber, wie wir mit Unrecht, Schuldanerkennung und dokumentierter Aufarbeitung umgehen. Ich schlage eine Heimkinderkonferenz vor, die Betroffene, kirchliche und staatliche Träger an einen Tisch bringt und in einem abgesteckten Zeitrahmen diese Fragen klärt. Nach meinem Eindruck ist für die ehemaligen Heimkinder sehr wichtig, dass die Gesellschaft offiziell anerkennt: Euch ist Unrecht geschehen. Die Verantwortlichen bitten um Entschuldigung.

Das Interview führte Tissy Bruns

Uni Potsdam

Veranstaltungsreihe an vier Berliner und Potsdamer Universitäten stieß auf großes Interesse
Hunderte von Studenten der Sozial- und Erziehungswissenschaften kamen in Hörsälen ihrer Unis zusammen, um sich über die Erfahrungen ehemaliger Heimkinder zu informieren. Regina Eppert, ehemals im Vincenzheim Dortmund, Wolfgang Rosenkötter, früher in der “Diakonie Freistatt” im Moor und Peter Wensierski lasen aus ihren Büchern und beantworteten die zahlreichen Fragen der Studenten.
Viele Studierende und Professoren möchten jetzt in Studien-Projekten auch ehemalige Einrichtungen aufsuchen oder planen weitere Aufarbeitung in Diplom- oder Doktorarbeiten.
Foto: Regina Eppert im Gespräch mit Studenten der Potsdamer Fachhochschule am 18.Januar 2007
 

Informationen zur Petition jetzt hier...
Am 11. Dezember 2006
hat eine Anhörung ehemaliger Heimkinder
vor dem Petitionsausschuss des Bundestages
erfolgreich stattgefunden.

  Redebeiträge, die vor dem Ausschuss vorgetragen wurden, finden Sie jetzt hier....

anhörungTagesspiegel, 19.12. 2006
Heimkinder - Helft jetzt!

Der Befund lautet: In kirchlichen und staatlichen Heimen ist es damals zu fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen an Kindern gekommen. Es ist eine Frage des Anstands, wenn Bundestag und Bundesregierung Wiedergutmachung in Form von Rentenanerkennung und Therapiehilfen leisten. Es ist eine Frage der Selbstachtung der demokratischen Gesellschaft, die alte Erziehungspraxis als Menschenrechtsverletzung zu ächten. Sie, die selbst keinen Anwalt hatten, sind mit dieser Forderung die Anwälte der Kinder, Jugendlichen und Alten von heute.”

HNA Kassel, 3.1.2007
Es tut noch immer weh - Wie ehemalige Heimkinder litten - Petitionsausschuss des Bundestages will helfen
Leserbrief von Wolfgang Bahr dazu hier...

Bundespressekonferenz 11.12.2006, Auszug hier....

 SPIEGEL-Online, 28.12.2006
"Kein Tag, an dem ich nicht mit Angst ins Bett ging und mit Angst aufstand"

Junge Welt, 4. Januar 2007
Diagnose: Verwahrlost - Verbrechen an Kindern in kirchlichen und staatlichen »Erziehungsanstalten« der BRD werden aufgearbeitet. Opferverband geht von rund 500000 Leidtragenden aus

Petition der Opfer - Entschädigung gefordert

Dokumentiert: Ehemalige Heimkinder im Petitionsausschuss des Bundestages

Interview auf Inforadio Berlin, 11.12.2006
Ein unrühmliches Kapitel deutscher Sozialgeschichte”  Anhören hier...

Bericht des Tagesspiegel vom 13.12.2006 hier

HZ-online, 13.12.2006
Die Zeit des Schweigens ist vorbei!
Nicht nur als Arbeitskräfte missbraucht - Hoffnung auf Anerkennen der Spätfolgen

Hamburger Abendblatt, 13.12.2006 Heimkinder wollen als Opfer gelten

Aachener Nachrichten, 13.12.2006
“Unsere Beschwerden wurden durch Prügel erledigt”
Petitionsausschuss des Bundestages beschäftigt sich mit dem Schicksal von Kindern aus kirchlichen und staatlichen Erziehungsheimen

Bietigheimer Zeitung, 12.11.2006: Die Zeit des Schweigens ist vorbei

epd-Sozial, 15.12.2006 : “Beschwerden wurden mit Prügel erledigt”.

RBB-Magazin “Stilbruch” TV-Sendung, 14.12.2006
Hier der Beitrag als Text....

 

 

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