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Im Kapitel “Blut und Schokolade” erzählt das Buch von den Schicksalen mehrerer Kinder in den 50-er und 60-er Jahren im Kalmenhof. Wenige Jahre zuvor - bis 1945 - waren im Kalmenhof hunderte von angeblich “behinderten” Kindern und Jugendlichen, darunter aber auch viele Fürsorgezöglinge und selbst Bettnässer, als “lebensunwert” umgebracht worden. Man hatte deren Leichen größtenteils in einem Massengrab gleich hinter der “Kinderfachstation” direkt auf dem Kalmenhof-Gelände verscharrt. Doch dies war in Idstein und im Kalmenhof in “Vergessenheit” geraten. Mit einem fröhlichen Lied mussten die Kalmenhof-Kinder jeden Morgen, unwissend, aber zackig in Reih und Glied, vorbei an dem Massengrab auf ihrem Weg zur Schule. Später wurde beim Massengrab auch noch ein “Schulgarten” angelegt, in dem die Fürsorgezöglinge Gemüse ernteten. Erst, als evangelische Schüler aus Idstein Ausschwitz besuchten, erfuhren sie dort von einem Überlebenden, Jurek Skrzypek, dass in ihrem Heimatort ein Massengrab auf dem Gelände des Kalmenhofes existieren musste.... Nach der Rückkehr schrieb der Pfarrer Friedrich Wilhelm Siebert Briefe an den Kalmenhof und an den Bürgermeister von Idstein. Die Gartenbeete der Fürsorgezöglinge bei dem Massengrab wurden daraufhin diskret beseitigt, doch es dauerte noch eine ganze Weile, bis 1987 alle Widerstände gegen ein Gedenken gebrochen waren und einige Steininschriften an dieser Stelle angebracht wurden. Heute erinnert eine Austellung im Kalmenhof an die Massenmordeder NS-Zeit.
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